Trauerarbeit

Die Trauerarbeit beginnt für die Angehörigen nach dem Verlust eines geliebten Menschen – durch den Tod oder eine tiefgreifende Trennung. Kurz nach dem schweren Schicksalsschlag gilt es meist viele Dinge zu organisieren, Trauer hat da oftmals wenig Raum. Doch irgendwann stehen die Angehörigen vor der Aufgabe, sich ihren schmerzhaften Emotionen über den Verlust zu stellen. An diesem Punkt beginnt die aktive Trauerarbeit, die Auseinandersetzung mit den Themen rund um den Verlust des geliebten Menschen. Wie die Trauer erlebt wird, sich nach außen zeigt oder wie lange sie anhält, ist dabei von Person zu Person unterschiedlich – jeder hat seinen eigenen Weg und sein eigenes Tempo Trauerarbeit zu leisten.

Körperliche Symptome in der Trauerarbeit

Die tiefe Trauer kann sich auf viele Arten zeigen, die sich sowohl im emotionalen und geistigen Bereich, wie auch auf der körperlichen Ebene auftreten können. Während der Trauerarbeit fühlen sich viele Betroffene müde oder finden keinen Schlaf, zudem können sie von sehr intensiven Träumen heimgesucht werden. Tagsüber bleibt der Appetit aus und der Hals fühlt sich an, wie zugeschnürt. Dazu können Herzrasen und Beklemmungsgefühle in der Brust kommen, oft geht dies mit Kurzatmigkeit einher.

  • Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Intensive Träume
  • Fehlender Appetit
  • Hals ist wie zugeschnürt
  • Herz rast
  • Beklemmungsgefühle in der Brust
  • Kurzatmigkeit

Verletzbarkeit während der Trauerarbeit: Seele und Geist leiden

In der Trauerarbeit wird schnell deutlich, wie sehr Seele und Geist unter dem Verlust einer geliebten Person leiden. Der Alltag ändert sich von einem auf den anderen Tag. Viele Angehörige fühlen sich verwirrt, haben Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und spüren das tiefe Gefühl der Sinnlosigkeit in sich aufsteigen. Die Zeit scheint an ihnen vorüberzuziehen oder endlos zu sein. Sie ziehen sich zurück aus dem sozialen Leben und interessieren sich weder privat noch beruflich für irgendetwas. Während der eine in der Trauer versucht so aktiv wie möglich zu sein, fühlt der andere sich nicht in der Lage auch nur die kleinsten Dinge des Alltags zu erledigen.

  • Verwirrung
  • Konzentrationsprobleme
  • Lebenssinn verloren
  • Zeit fühlt sich anders an
  • Rückzug aus dem sozialen Leben
  • Mangelndes Interesse
  • Antriebslosigkeit
  • Hyperaktivität

Liebevolle Loslösung: Systemische Trauerarbeit leisten

Nachdem Verlust einer Person, bleiben oftmals viele Fragen offen. Manche Dinge hätten Angehörige zuvor gerne noch gefragt oder gesagt. Nicht selten steigt sogar das Gefühl von Wut auf – Wut darüber, verlassen worden zu sein. Gerade in der Zeit der Trauer empfinden viele Betroffene diese und andere Emotionen als sehr unpassend, doch auch sie haben ihre Daseinsberechtigung und sind ein wichtiger Baustein dabei Trauerarbeit zu leisten. Eine systemisch angelegte Trauerarbeit lässt Raum für solche Gefühle, geht aber auch auf den Verstorbenen und seine Bedeutung für die Angehörigen ein. Auf diese Weise kann eine Art Kontakt mit dem Verstorbenen entstehen, die den Zurückgebliebenen dabei helfen kann, ihre Anliegen zu „erledigen“ und damit zu lösen, was die Abnabelung noch verhindert. Diese aktive Herangehensweise ist nicht als Vergessen zu verstehen, sondern kann dabei helfen, sich mit Respekt liebevoll von einer Person zu verabschieden und aus bestehenden Verknotungen zu lösen - die Basis für ein befreites Leben. Belastet der Verlust zu sehr, kann und sollte die Trauerarbeit durch eine Psychotherapie unterstützt werden, bei der in einem geschützten Rahmen die Auseinandersetzung mit der Trauer möglich ist.