Trauerbegleitung für Kinder

Die Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen stellt Erwachsene vor eine große Herausforderung. Schon in jungen Jahren sehen und fühlen Kinder bewusst, wenn eine so große Veränderung eintritt. Der Verlust einer geliebten Person sollte deswegen unbedingt ausgesprochen und altersgerecht erklärt werden, um die Kinder bei der Trauer zu begleiten. Besonders wichtig ist es, die individuelle Art der Trauer von Kindern und Jugendlichen zu akzeptieren. Wie lange diese Phase dauert, ist nicht festgelegt und kann stark variieren. Therapeutische Hilfe sollte dann aufgesucht werden, wenn sich das Kind dauerhaft und sehr stark zurückzieht und ausgesprochen negativ verändert.

Trauerbewältigung: Kinder individuell begleiten

Kinder trauern anders als Erwachsene, denn sie lassen ihren Emotionen von der einen zur anderen Minute freien Lauf, sodass sie mal weinen und mal lachen können. Aggressionen, Ängste und Rückzug sind weitere Anzeichen für die Trauer eines Kindes. Auch Verleugnung, Trotz oder Klammern können auftreten. Da Kinder mitunter noch nicht in der Lage sind, Gefühle zu artikulieren, nutzen sie häufig die ihnen bekannten Ausdrucksformen, um ihre Trauer zu zeigen: Sie spielen beispielsweise bestimmte Situationen nach, malen Bilder mit entsprechenden Inhalten oder entwickeln eigene Rituale. Kinder sollten die Gelegenheit bekommen, über ihre Ängste und Gedanken zu sprechen. Je nach Alter kann es sinnvoll sein, sie soweit wie möglich in die Vorgänge, wie eine Trauerfeier, einzuschließen, wenn sie dieses wünschen. Auch die Auswahl eines Andenkens an die verlorene Person kann eine Möglichkeit sein, Kinder miteinzubeziehen.

Trauerbewältigung: Jugendliche brauchen Freiraum

Der Verlust einer geliebten Person wird von Jugendlichen oftmals lieber mit Freunden und anderen Verwandten besprochen als mit den eigenen Eltern. Das sollte akzeptiert werden, denn es fällt ihnen schwer, Schwäche zu zeigen. Wenn Jugendliche es wünschen, sollten sie die Gelegenheit bekommen, an allen Veranstaltungen und Planungen bezüglich der Bestattung teilzunehmen. Auftretende Wut oder Aggressionen sind verbreitet und können gemeinsam ergründet werden. Manchmal wird auch Unterstützung benötigt, um wieder normal in den Alltag zurückzukehren und soziale Kontakte zu pflegen.

Was kann man für die Trauerbegleitung von Kindern tun?

  • Geborgenheit und Nähe vermitteln
  • Aufmerksamkeit schenken und zuhören
  • Kinder im eigenen Tempo trauern lassen
  • Die eigene Trauer zeigen und so Kindern erleichtern, ihre Gefühle zu zeigen
  • Lehrer und andere Bezugspersonen über den Verlust informieren
  • Hilfe suchen, wenn man selbst nicht weiter weiß